Donnerstag, 24. Mai 2007

Gengenbach; Liegeräder

Am Montag war ich Gengenbach. Warum Gengenbach? Nun, warum nicht? Hat jemand etwas gegen Gengenbach, gerne auch als die "Fachwerkperle im Vorderen Kinzigtal" bezeichnet?

Wolfgang A. aus B. hatte mich anläßlich einer Tagung in B-B.besucht. Wolfgang A. ist gelernter Ossi und kannte Gengenbach noch nicht. Ich kannte es auch noch nicht, mußte allerdings feststellen, dass Wolfgang A. sehr viel mehr vom Schwarzwald kennt als ich. Er war schon so ziemlich überall im Schwarzwald, außer eben in Gengenbach.

Freie Reichsstadt Gengenbach, hier geht es rein

Wir beschlossen, uns den Ort einmal anzusehen, ganz normal, so wie Touristen das machen. Zuerst fiel unser Blick auf diesen Brunnen.

popliger Brunnen

Er ist an sich nicht weiter bemerkenswert, nur der Name hat es in sich!

Brunnen mit Namenstafel

Wolfgang wollte wissen, ob das ironisch gemeint sei; so ein ganz normaler Brunnen, dann so ein Name und eine Gedenktafel!

Dies mußte ich verneinen. Der Badner ist nach meiner Erfahrung zu allem möglich fähig, aber nicht zu Ironie. Der Badner ist heiter oder ernst, aber nicht ironisch. Und so ist dieser Brunnen eben nicht einfach ein Bahnhofsbrunnen, sondern ein Großherzoglich-Badischer mit Hinweisschild auf die gute, alte Zeit, als es das schöne Großherzogtum Baden (1803-1945) noch gab.

Ansonsten gibt es ein großes Eingangstor zur ehmaligen freien Reichsstadt zu sehen: Einen Kräutergarten im Kloster, Fachwerkidylle, Spruchtafeln und Türme.

Kräutergarten

So wohnen die Gengenbacher


Einer der vielen Türme, hier der im Kräutergarten

Die Gengenbacher haben es mit den Tafel:
"Der Heitere ist Meister seiner Seele"



Danach wandten wir uns unserem eigentlichen Ziel an diesem Tag zu. Dem Fahrradladen "Radhieslie" in Schuttern, spezialisiert auf Liegeräder.

Im Radhiesle empfing uns der Inhaber, Typ Räuber Hotzenplotz. Aber sehr nett. Er verkauft seit 17 Jahren Liegeräder und meinte, dass die Zeit der "Baschtler" zu Ende sei, jetzt werden seriöse, alltagstaugliche Räder gebaut. Allerdings wegen der kleinen Serien immer noch zu hohen Preisen.

Ich sagte, dass ich nach einem Bandscheibenvorfall Probleme mit den Schultern und Armen habe und mich deshalb für Liegeräder interessieren würde. Er fragte, für welchen Zweck ich es denn benutzen wolle.

Ich will damit über die Alpen nach Italien fahren. Oh!

Ja, dann kommt eigentlich nur ein dreirädriges Liegerad in Frage. Da kann man bei einer langen Steigung noch mit 3 km den Berg hochfahren, ohne umzufallen.

So testete ich mit Wolfgang dreirädrige Liegeräder.


Das schickste und schnellste ist der "Skorpion". Es fährt unglaublich schnell und sicher, man erreicht eine hohe Kurvengeschwindigkeit. Allerdings liegt man fast (ist ja auch ein Liegerad), ich finde es etwas extrem.


Dann gibt es das "Anthrotech". Sie sieht ein bisschen behindertenmäßig aus, aber ist nicht viel langsamer als der Skorpion, ebenfalls erstaunlich leicht und man sitzt fast aufrecht. Sehr angenehm für mich!


Das Anthrotech mit abschließbarem Kofferraum


An sich bin ich von diesen Geräten überzeugt. Sie sind stabil, schnell und sehr bequem. Aber sie sind natürlich unhandlich beim Transport in der S-Bahn, in der Bahn oder dem Auto. Auch sind ja viele Radwege schmal und man nimmt mit diesen Dreirädern schon viel Platz in der Breite weg.

Zumindest für das Transportproblem gibt es eine Lösung: Das faltbare dreirädrige Liegerad!

Sieht aus wie moderne Kunst, ist auch moderne Kunst:
gefalteter Skorpion

Leider gibt es diese germanische Shiva nicht dazu. Erst sie macht doch aus diesem Schrotthaufen Kunst!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Zur Tour de Ländle waren Janis und ich schon mal in Gengenbach - und genau durch das Tor "da gehts rein" direkt in die Fußgängerzone, stimmt`s? Komisch, dass ich mich sogar noch an Details erinnern kann, wie - erst waren wir im Heimatmuseum im oder am Stadttorturm - welches Handwerk wird dort betrieben? Helf mir mal! Dann war ich noch bei Schlecker und hab einen Nagellack erworben - da staunste, was?